Fahrbericht: Opel Meriva
Bilder: Opel Meriva

Opel Meriva Teil 2

Das Konzept des Meriva ist: Ausreichend Platz, hohe Praktikabilität und viele nützliche Details im Innenraum. Und das kam und kommt bei der Kundschaft nach wie vor an. So gut, dass seit 2003 bereits mehr als 500.000 „Meriven“ vom Band rollten. Allein in Deutschland fand das Modell im vergangenen Jahr über 56.000 Käufer. Mit dem Facelift, das ganz bewusst dezent ausgefallen ist, soll die Erfolgsgeschichte nun weiter geschrieben werden. Dazu werden neben dem frischeren optischen Auftritt auch gleich noch ein paar neue Motoren serviert. Doch eines nach dem anderen.

Das Design des neuen Meriva fügt sich nahtlos in die neue Formensprache von Opel ein. So fallen an der Front der Kühlergrill mit der Chromtraverse als auch die integrierten Nebelscheinwerfer ins Auge. Am Heck ziert ebenfalls eine blitzende Leiste den Kofferraumdeckel und die Rückleuchten sind - dem unerwartet nachhaltigen Trend folgend – eingedunkelt. Sparsam mögen diese Änderungen wirken, sie sind jedoch genau so beabsichtigt. Interne Befragungen von Opel bei seinen Meriva-Kunden brachte den Tenor hervor, man „möge doch an unseren Merivas nicht so viel herumstricken!“ Eine beinah liebenswerte Äußerung der Kunden, die „ihr“ Auto gern auch in der Zukunft so hätten, wie es bereits ist. Die Einführung des ersten Meriva liegt auch nur drei Jahre zurück, und die Kundenzufriedenheit gilt es auch nach so kurzer Zeitspanne nicht zu unterschätzen. Auch deshalb gab Opel dieser Bitte statt.

Im Innenraum fanden die Modifikationen zwar zurückhaltend, aber dennoch mit dem richtigen Gespür für das Detail aus. Polsterstoffe mit neuer Optik und aufgefrischten Farben, der knuffige Schaltknauf sowie vereinzelt platzierte Chromelemente sorgen zusammen mit den blau hinterlegten Instrumenten für die Fortsetzung des äußeren Erscheinungsbildes. Doch auch im Fond wird es den Fahrgästen wegen des – gemessen an der Fahrzeugklasse – erstaunlichen Aufgebotes moderner Kommunikationstechnologie wohl nicht fad. Mit dem Twin Audio-System stehen den Passagieren in der hinteren Mittelkonsole Regler für die Programm- und Lautstärkewahl als auch zwei Anschlüsse für Kopfhörer zur Verfügung – die Kinder hören Benjamin Blümchen und Vati nickt zu Bon Jovi. In Kombination der unterschiedlichen Ausstattungspakete stehen dann insgesamt acht Audio- und Navigations-Einheiten mit digitalem Radio, CD-Player mit MP3, integriertem 6-fach CD-Wechsler und der Sprachsteuerung für das Telefon zur Wahl.

Ein weiterer Grund für viele zufriedene Gesichter in den Opel-Häusern werden die drei neuen Aggregate unter der Motorhaube sein. Tuneyourmobile fuhr den stärksten der Kompakt-Familie, den Meriva OPC. Das Herz des Vans ist auch gleichzeitig das technische Highlight. Der komplett neu entwickelte Turbomotor generiert aus nur 1,6 Litern die beachtliche Leistung von 180 PS. Für die kühlen Rechner unter den geneigten Lesern: Das entspricht einer Literleistung von 112 PS. Damit ist der vom Opel Performance Center betreute Van Klassenprimus. Wer nun allerdings eine völlig übermotorisierte Krawallbüchse erwartet, die vor lauter Kraft kaum laufen kann und unentwegt mit den Antriebskräften am Lenkrad zerrt, wird auf das Angenehmste enttäuscht.

Bereits kurz über Leerlaufdrehzahl liegt mehr als ausreichend Leistung an, die über den weiteren Aufbau der Drehzahl auch nicht einknickt. Einknickt? Hatten Turbo-Motoren nicht sonst Gedenksekunden, Löcher und weitere schlechte Manieren? Nicht im Falle des 130 Kilogramm leichten Aluminiummotors, der den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 8,2 Sekunden erlaubt. Und wer es wirklich wissen will, kann dann Kühlschränke oder Umzugskartons mit einem Tempo jenseits der 220 Kilometer pro Stunde durch die Republik kacheln. Und kacheln ist auch an dieser Stelle als Kompliment zu verstehen. Denn das Fahrwerk des Meriva überzeugt umso mehr, je mieser die Straßen werden. Bodenwellen, Längsrillen, dazu noch ein Lastwechsel – der Fahrer behält im neuesten OPC-Modell stets trockene Handflächen. Ein Verdienst der Ingenieure, die sich auf der Nordschleife – wo der Großteil der Abstimmung „herausgefahren“ wurde – unter ihren Helmen wohl das ein oder andere Grinsen nicht haben verkneifen können. Einziges Manko des stärksten Modells sind die im Bereich der Oberschenkel doch arg eng geschnittenen Sitzflächen der serienmäßigen Recaro-Sitze. Wer nicht wirklich schlank ist, spürt die Seitenwangen auf längeren Fahrten deutlich. Dafür entschädigt dann wieder deren sehr guter Seitenhalt im Bereich der Rückenlehne samt der Lordosenstütze. Der Einstieg für das sportlichste Meriva-Modell beginnt bei exakt 23.000 Euro. tym/tonne

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